70 Jahre Pensionistenklubs – die Geschichte einer Institution

Dieses Jahr feiern die Pensionistenklubs der Stadt Wien ihr 70-jähriges Jubiläum. Ihren Anfang nahmen die Klubs als soziale Einrichtung, um alte, kranke und vom Krieg in Armut gestürzte MitbürgerInnen zu unterstützen. Sie dienten als Wärmestuben und waren Orte, an denen auch mittellose SeniorInnen eine warme Mahlzeit bekamen. Aus den bescheidenen Anfängen im kalten „Hungerwinter“ von 1946/47 entstanden die heute 160 Pensionistenklubs der Stadt Wien.

Die Geschichte der Klubs

Im Jahr 1946 lag Wien in Trümmern. Gas, Öl, Lebensmittel, alles Mangelware. Im Jahr 1946 lag auch die Kohleförderung noch am Boden, denn die Bergleute waren am Ende ihrer Kräfte.

Der Winter 1946/47 wurde einer der kältesten seit vielen Jahren. Bis zu minus 22 Grad hatte es in Wien, über Wochen hinweg. Eine halbe Kilowattstunde Strom stand jedem Haushalt zu. Das genügt gerade, um eine Glühbirne einige Stunden lang leuchten zu lassen. In einer eindringlichen Aussendung vom 13. Jänner 1947 appellierte daher Bürgermeister Theodor Körner: „Wenn 100 Kochplatten ausgeschaltet werden, können 4.000 Lampen mehr brennen!“

Das war auch der Hintergedanke zur Schaffung der „Wärmestuben“: An 45 Standorten wurden Treffpunkte geschaffen, die mit Öfen und Sitzgelegenheiten ausgestattet waren. Dort wurden Heißgetränke und Suppe ausgeschenkt – vor allem an SeniorInnen und Kinder. Die Wohnungen der BesucherInnen mussten in der Zeit des Besuchs nicht geheizt werden und so konnte viel Energie gespart werden. Allein im Jänner 1947 wurden 101.652 heiße Getränke in den Wärmestuben verteilt.

Von den Wärmestuben zu den Pensionistenklubs

Aus den Wärmestuben und der Geselligkeit, die trotz Not entstanden war, entwickelten sich in der Folge die „Tagesheimstätten für alte Leute“. Als die Not geringer wurde, konzentrierten sich die Pensionistenklubs – die ab 1962 auch so hießen – auf Freizeitangebote wie Gruppenreisen oder gemeinsame Aktivitäten.

Im Jahr 2001 übernahm schließlich das KWP die Klubs vom „Sozialamt“ (MA12). Der Auftrag war sehr klar formuliert und hat sich bis heute nicht geändert: für eine zeitgemäße Betreuung der Wiener Seniorinnen und Senioren zu sorgen. Realisiert wird das mit neuen Angeboten wie den modernen SeniorInnen.Treffs oder den Gesunden Klubs mit umfangreichem Programm für Leib und Seele.

70 Jahre – das muss gefeiert werden!

So ein rundes Jubiläum ist natürlich der beste Grund zum Feiern! Und das tun die Pensionistenklubs das ganze Jahr über. In allen Bezirken und an beinahe allen Standorten finden größere und kleinere Feste statt. Klicken Sie einfach hier, um alle Events im Überblick zu sehen!

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