Miteinander trennen wir!

Mülltrennung? Alter Hut, glauben viele. Das wissen wir doch alles spätestens seit 30 Jahren. Eigentlich schon. Aber andererseits gibt es gerade in Großunternehmen immer Potenzial zur Verbesserung. Die Jahre 2015 und 2016 stehen im KWP daher ganz im Zeichen von Müll – vor allem, wie man die Menge verringern und die Trennung verbessern kann.

Über die Umwelt brauchen wir nicht zu reden. Umso weniger Mist anfällt, desto besser. Also reden wir über Zahlen. Die 30 Häuser zum Leben sind, MitarbeiterInnen und BewohnerInnen zusammengenommen, in etwa so groß wie die Landeshauptstadt Eisenstadt. Die hat natürlich ihre eigene Infrastruktur aus Müllabfuhr, Müllentsorgung, Klärung von Abwässern und so weiter. Das KWP nutzt die Infrastruktur der Stadt Wien und muss dafür bezahlen. Die Kosten allein für die Abfallentsorgung im KWP betragen rund eine Million Euro pro Jahr. 70 Prozent davon entfallen auf die Entsorgung von Restmüll. Um das zu verbessern, läuft in den Häusern eine Kampagne zur Mülltrennung.

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mistkübel
Die IST-Situation. Und darunter, wie es im Idealfall sein sollte.

„Unsere Analysen haben gezeigt, dass sich nur rund 25 Prozent tatsächlicher Restmüll in unseren Restmüllbehältern befinden. Die restlichen 75 Prozent sind verwertbare Altstoffe“ erklärt Ewald Gessl, KWP-Müllbeauftragter.

Wie ist das möglich? Einerseits natürlich durch einen gewissen Schlendrian. Und die Zahlen ergeben sich auch aus Dingen, die man zu wissen glaubt: „Das wird schon jemand aussortieren“ ist eine weit verbreitete Meinung. Oder, dass getrennte Altstoffe sowieso wieder zusammengeschmissen werden. Dem ist allerdings nicht so. Auch die Stadt Wien ist sich der Problematik bewusst und räumt auf dieser Website mit Müllmythen auf.

Unseren Nachfahren und unserer Umwelt zuliebe
Um diesen Trends  – und steigenden Kosten – entgegenzuwirken, wurde bereits 2012 ein Projekt im Haus Am Mühlengrund durchgeführt. Unter dem etwas sperrigen aber treffenden Titel: „Begleitende Beratung zur Optimierung der Abfallwirtschaft und Kostenreduktion“ konnten viele Erkenntnisse gewonnen werden, die in einem unternehmensweiten Folgeprojekt verwertet wurden.

2014 folgte ein Auftrag zur Erstellung eines Konzeptes zur verbesserten Mülltrennung an die Partneragentur „die umweltberatung“. Basierend auf diesem Konzept wurde Ende 2015/Anfang 2016 eine Mülltrenn-Kampagne ins Leben gerufen. Ziel dabei war und ist noch immer eine deutliche Reduktion der kostenfreien Altstoffe im Restmüll. Außerdem soll das Problembewusstsein von BewohnerInnen und MitarbeiterInnen gestärkt werden.

Gleichzeitig wurde auch weniger offensichtliche aber wichtige Maßnahmen zur Reduktion der Restmüllmenge gesetzt. Beispielsweise gibt es ein Abfalltrenn-ABC, in dem alle anfallenden Stoffe genau aufgegliedert sind. Spezielle Abfalltrennpläne, etwa für die Küchen oder die stationären Bereiche, erleichtern den MitarbeiterInnen die Wahl des richtigen Behälters. Verbesserte Markierungen und Wegweise weisen unseren BewohnerInnen den Weg zur zum richtigen Mistkübel.

Schönes Abfallprodukt
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurde auf unterschiedliche Kanäle wie etwa interne Zeitschriften, Plakate, das Inter- und Intranet gesetzt. Außerdem wurde eine Morgen.Post für alle BewohnerInnen produziert. Für diese Bemühungen wurde das KWP für den Wiener Umweltpreis 2016 in der Kategorie Kommunikation nominiert. Das KWP erhielt eine Urkunde für sein besonders innovatives und nachhaltiges Projekt. MitarbeiterInnen und Bewohnerin Maria Augustin (Haus Laaerberg) nahmen diese stellvertretend für alle entgegen.

Interessanter Ausflug zur Mülldeponie
In einem Informationsblatt zum Thema gab es auch einen Ausflug zur Mülldeponie Rautenweg (22. Bezirk) zu gewinnen. Gemeinsam mit dem Beauftragten Ewald Gessl konnten glückliche BewohnerInnen aus den Häusern Alszeile, Leopoldau, Wieden, Prater und Liebhartstal die Deponie Rautenweg besuchen. Unter fachkundiger Führung gab es viel Wissenswertes zu erfahren. Eine Führung durch das Müllmuseum mit historischen Exponaten beschloss den interessanten Nachmittag.

 

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