Unsere jüngsten Ehrenamtlichen

80 Jahre. Diese lange Zeitspanne trennen Nina Janitsch, die jüngste Ehrenamtliche im KWP, von ‚ihrer‘ Bewohnerin, Anna Holzer aus dem Haus Wieden.

Probleme gibt es trotz des Altersunterschiedes keine, versichern beide Generationen. Denn eigentlich gibt es mehr Verbindendes als Dinge, die sie trennt. Zum Beispiel Skip-Bo, ein schnelles Kartenspiel, bei dem es auf Zahlen und Farben ankommt. Rot, blau, gelb, aufnehmen, runterlegen, und wer als Erste keine Karten mehr hat, ist die Siegerin.

Nina ist eine von zwei sehr jungen Ehrenamtlichen im Haus Wieden. Gemeinsam mit ihrer Freundin Katharina besucht sie die 6. Klasse eines Gymnasiums. Anfang 2015 hatte die Klasse im Rahmen eines Sozialtages einen Ausflug ins Haus unternommen. Die beiden fanden sofort Gefallen an der Arbeit mit alten Menschen. Kurze Zeit später waren sie bereits als Ehrenamtliche im Einsatz.

Ich freue mich immer, wenn ich Katharina sehe. Sie ist anderen Kindern in diesem Alter weit voraus und hört sehr gerne meine Geschichten von früher! – Anna Holzer, 95, Bewohnerin Haus Wieden

Natürlich ist nicht die ganze Zeit nur Spielhölle. Sehr oft legt Anna Holzer die Karten auch beiseite. Dann erzählt sie gerne aus ihrem langen Leben. „Sehr interessant“ findet Nina die vielen Geschichten und hört aufmerksam zu. Besonders faszinieren sie jedoch Frau Holzers Fotos. Den typischen Sepia-Ton haben die ältesten, die neuern strahlen in digitalen Farben mit den Gesichtern um die Wette.  „Ich war viel auf Reisen!“ sagt die alte Dame. Und Familie hatte sie. Viel Familie aus neun Jahrzehnten, in denen Babies zu Erwachsenen werden, Familien gründen, ebenfalls alt wurden.

Gerade ohne feste „Kundschaft“ ist Katharina. Gegenseitiges Verständnis ist für die Arbeit der Ehrenamtlichen eine grundlegende Voraussetzung. Mit ihrer letzten Bewohnerin hat sie sich zwar sehr gut verstanden, der geistige Abbau machte aber die Plauderei unmöglich. „Schade“, so Nina. Jetzt hat Frau Holzer eben vorübergehend zwei junge Mädchen, die sich um sie kümmern und mit denen sie reden kann. Der Gesprächsstoff geht den dreien jedenfalls sicher nicht aus.

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